Ein weiteres Stück Geschichte – die Pfarrkirche Apetlon

Das Zentrum unserer Ortschaft bildet unter anderem auch unsere Pfarrkirche. Sie ist der Heiligen Margaretha geweiht, und steht seit über 200 Jahren an ihrem jetzigen Platz.

Es gab auch schon vorher eine Kirche in unserer Ortschaft. Nach alten Überlieferungen stand sie dort, wo sich jetzt das Kriegerdenkmal befindet.

Im Jahr 1792 wurde mit dem Bau der Kirche an ihrem heutigen Ort begonnen, 1797 konnte dann der Bau mit dem Turm vollendet werden. Somit feierten wir 1997 das 200-jährige Bestehen unserer Pfarrkirche, und zu diesem Anlass gab es auch eine Kerze, die käuflich erworben werden konnte, und die an das Jubiläum erinnert.

Als ich noch die Volksschule besuchte, war die Kirche an jedem Sonntag zum Bersten voll. Aus diesem Grund wurde das Gebäude 1974/75 erweitert und umgebaut. Der Kirchturm mit der Orgelempore blieb bestehen und wurde renoviert. Dahinter baute man einen großen, achteckigen Hauptraum dazu, der den Anspruch hat, in seiner Art einzigartig zu sein. Es gibt wohl keine Kirche, in der man es geschafft hat, einen derart weitläufigen Raum komplett ohne Säulen auszustatten. Mauern und starke Träger aus Beton stützen die Decke. Alles zusammen ergibt einen beeindruckenden Anblick, der seinesgleichen sucht.

Man wollte uns ursprünglich Säulen „unterjubeln“, und zwar wegen der Statik. Der Architekt jedoch setzte sich durch, nachdem Berechnungen ergeben hatten, dass der Bau so möglich war, wie er es geplant hatte.

Die Firma Schiener wurde damals mit dem Zubau beauftragt. Mein Vater war einer der Maurer, die an dem Bauwerk arbeiteten. Er mag so seine Fehler gehabt haben, aber ich weiß, dass er immer auf Nummer sicher ging, und für die Ewigkeit baute. So zweifle ich nicht daran, dass unsere Pfarrkirche mindestens weitere hundert Jahre halten wird. Über 40 Jahre haben die Mauern bereits problemlos überstanden.

Der Volksaltar steht in der Mitte, umgeben von hölzernen Sitzbänken. Uns Apetloner irritierte das anfangs ein wenig, konnte man doch etwas tun, was vorher nicht möglich war: die anderen Kirchenbesucher sehen. Manche störte das in ihrer Andacht. Eine meiner näheren Verwandten kam beispielsweise jeden Sonntag heim und wusste haargenau, was andere getan hatten oder wie sie gekleidet gewesen waren. Man gewöhnt sich allerdings schnell an diese Sitzordnung, und wenn man sich wirklich auf das Geschehen am Volksaltar konzentrieren möchte, dann schafft man das auch.

Der Hochaltar mit dem Bild der Heiligen Margaretha befindet sich in einer Art Nische. Hochaltar, Marienaltar und Kreuzwegbilder hatte man von der „alten“ Kirche aufgehoben bzw. herrichten lassen, und sind in der umgebauten Kirche weiter in Verwendung. Obwohl die Architektur des Zubaues sehr modern gehalten ist, harmoniert sie meiner Meinung nach perfekt sowohl mit dem Hochaltar als auch dem Marienaltar.

Besonders feierlich konnte man ab 1975 manche kirchlichen Feiern gestalten. So sitzen beispielsweise bei der Erstkommunion die Kinder auf Sesseln rund um den Altar, und sind direkt am Geschehen beteiligt.

Die Krippe wird zudem zu Weihnachten direkt vor dem Volksaltar aufgebaut, und kommt so bestens zur Geltung.

Anfangs wurde die Kirche von oben beheizt. Der Einbau dieser „Heizung“ war gefördert worden, und deshalb günstiger in der Anschaffung. Nun ist allgemein bekannt, dass warme Luft aufsteigt und kalte Luft absinkt. In Anbetracht dessen wird sich jeder vorstellen können, dass in den ersten Jahren die Heizung zwar lief (und gut hörbar lief), jedoch nichts brachte. Unten saß man und fror trotzdem. Eine effektivere Heizung musste her. Heizrohre wurden in den Bänken unter den Sitzflächen eingebaut. Außerdem stellte man die Sitzbänke auf niedrige „Holzpodeste“. So wurden dann auch die Zehen nicht mehr so kalt, denn der Fliesenboden – so schön er auch aussieht – entzieht den Füßen auch bei dicken Sohlen die Wärme.

Nach der Vollendung des 2. Jahrtausends stellte man fest, dass die Orgel nicht mehr lange halten würde. Eine neue Orgel musste her. Diese wurde von einer Vorarlberger Firma gebaut, und am 6. Jänner 2009 im Rahmen einer feierlichen Messe eingeweiht.

Um sich die Kosten für die Orgel leisten zu können, begann man, in der Kirche Pfingstkonzerte zu veranstalten. Die Orgel ist mittlerweile schon längst ausbezahlt, die Pfingstkonzerte sind inzwischen zur Tradition geworden.

Im alten Teil der Kirche wurden die Fenster ausgetauscht, und neue, von Hannelore Knittler-Gsellmann gestaltete, Glasfenster eingebaut.

Als nächstes Projekt werden jetzt die Kirchenfenster im Zubau in Angriff genommen. Sie werden den Innenraum der Kirche in ein anderes Licht setzen, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich bin mir sicher, sie werden den großartigen Eindruck der Pfarrkirche Apetlon ergänzen und komplettieren.